aktuelles Projekt

Musikalisches Weltkulturerbe in Wangen!

Johann Sebastian Bach im Jahre 1746, mit Rätselkanon (Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahre 1748)

Am 24. Juni 2018 führen wir in St. Ulrich Wangen um 19:00 Uhr die h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach auf.
Solistisch können wir uns freuen auf Heike Heilmann (Sopran), Ulrike Malotta (Alt), Christian Rathgeber (Tenor) und Felix Rathgeber (Bass).
Als Orchester gelang es uns erneut, das Barockensemble La Banda zu verpflichten, mit welchen wir in der Vergangenheit bereits besondere und klangstarke Konzerte gestalten durften, so zuletzt das Weihnachtsoratorium 2017. La Banda spielt komplett auf barocken Instrumenten, welche zu Bachs Zeiten im Einsatz waren. So wird der Klang sehr nah an dem sein, was Bach vermutlich in seiner Komposition zu erreichen und musikalisch zu malen versuchte.

Wir laden Sie alle herzlich zu diesem herrlichen Stück Musik ein: Genießen Sie mit uns gemeinsam das wohl größte Werk Johann Sebastian Bachs, mit einem ausgezeichneten Orchester und wundervollen Sängern.

Die H-Moll Messe von Johann Sebastian Bach gilt als das größte Werk, dass der Meister im Laufe seines Lebens komponiert hat. Nicht umsonst wurde sie inzwischen zum musikalischen Weltkulturerbe erklärt. Aber bereits 1811 beschrieb Carl Friedrich Zelter die H-Moll Messe als „das größte Kunstwerk, das die Welt je gesehen hat.“ Franz Liszt, dem ungarischen Komponisten und Pianisten, werden die Worte zugeschrieben „die H-Moll-Messe ist der Mont Blanc der Kirchenmusik – höher kann man in der abendländischen Musik nicht hinaus.“

Im Et incarnatus Kreuzmotivik in den Streichern und absteigende Akkorde in den Singstimmen (rot markiert)

 Doch was ist es, das dieses Werk so besonders, so einzigartig macht? Die H-Moll Messe ist Bachs letztes großes Vokalwerk, entstanden auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Das vollständige Ordinarium des lateinischen Messetextes wurde hier vertont. Bach selbst habe gesagt, dieses Werk sei einzig zum Lobe Gottes entstanden. Ist es diese tiefe Glaubensgewissheit, das Vertrauen in Gott, das beim Hören des Stückes so berührt? Ist es das hörbare Wechselspiel, zwischen atemlos jauchzenden Jubelchören, die sich an der Gewissheit Gottes berauschen, tragenden, eher schlicht gehaltenen allgemeinen Menschheitsklagen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, der kanonartig gehaltenen, erfüllenden Einheit zwischen Gott Vater und seinem Sohn Jesu und dem stillen Gebet einer trauernden, um Erbarmen flehenden Seele? Ist es die Überfülle musikalischer Gedanken und Einfälle, die jeden Rahmen einer Aufführung innerhalb einer Messe sprengen würde? Ist es die erhabene Eindringlichkeit und gleichzeitig phantasievolle Ausschweifung der Tonsprache, die einem tief ins Herz dringt?
Egal woran es letztlich liegt, dass einen diese Musik packt und nicht mehr loslässt, wir halten es in dieser Hinsicht mit Albert Einstein, der sagte „Was ich zu Bachs Lebenswerk zu sagen habe: Hören, spielen, lieben, verehren und – das Maul halten!“